Der inneren Stimme folgen ·Uncategorized

Mein schlimmster Freund Egon

Auf nimmer Wiedersehen…

…2019! Und das meine ich ganz liebevoll. Schön, dass es dich gab. Aber nun auch schön, dass du gehst. Ich habe gerade festgestellt, wie lange die Schreiberei nichts mehr von mir gehört und gesehen hat. Auf Wattpad war ich so lange nicht mehr unterwegs, dass ich plötzlich feststelle, man kann dort jetzt auch Geld ausgeben?! Och nöö… aber irgendwie ist es dann doch nicht verwunderlich, denn… Nichts bleibt wie es ist! Meine Güte, wie oft ich DAS im letzten Jahr gesagt habe. Das Leben ist im Fluss und fließen muss es. Fluss ist der natürliche Seinszustand des Lebens. Und jetzt verrate ich dir gleich zu Anfang etwas, das mir monatelang bitter aufstieß.

Das Jahr 2019 war für mich das Jahr des Stillstands!

War ich im Fluss? HAHA! Mitnichten… jedenfalls nicht bis ganz zum Jahresende. Da ging plötzlich ein Ruck durch mich hindurch, nach dem ich am liebsten erst einmal verschnaufen möchte. Doch verschnauft habe ich fast ein ganzes Jahr. Es wird Zeit, dem Ruf zu folgen.

Was ist eigentlich passiert?

Nun – lange Zeit nichts. Oder zumindest viel Unangenehmes. Die Odyssee begann mit Rückenschmerzen, welche in völlige Bewegungsunfähigkeit und eine Oster-Auszeit im Krankenhaus mündeten. Erkältungen in jeglicher Form und Spielart gaben sich die Klinke in die Hand. Und die Krönung des Ganzen: monatelange Bauchschmerzen, von denen ich mich erst nach einer OP endlich verabschieden durfte. Und im Hintergrund immer die Frage: Was soll das, zum Geier? Ich bin Mutter eines kleinen Kindes – mein Leben sollte fröhlich und voller Seifenblasen dahinplätschern!

Doch statt mich in die Schönheit des Lebens fallen zu lassen, war ich damit beschäftigt, mich körperlich wieder zusammen zu flicken. Wer diesen Blog bisher verfolgt hatte (und ihn im letzten Jahr nicht vergessen hat), denkt jetzt wahrscheinlich dasselbe, was auch mich die ganze Zeit dabei geärgert hat: Wo bin ich falsch abgebogen? Welche wiederkehrenden Gedanken und Gefühle muss ich gewälzt haben, damit das Universum mir solche Resultate liefert? Wie, um alles in der Welt, habe ich all diese unerwünschten Ereignisse manifestiert?

An dieser Stelle möchte ich gar nicht erst so tun, als hätte ich immer alles richtig gemacht. Habe ich nicht. Meine Gedanken kreisten natürlich auch um meine Gesundheit und wie ich mich gerade fühlte. Nämlich miserabel. Und ganz ehrlich: wenn Krankheiten erst einmal auf den Plan treten, fällt es gar nicht so leicht, sie zu ignorieren und sich selbst in eine höhere Schwingung zu „denkwundern“. In solchen Situationen findest du vielleicht noch den einen Gedanken, der sich besser anfühlt als das, was du bisher dazu gedacht hast. Aber du schaffst es nicht immer, ihn wirklich zu fühlen; seine Schwingung zu deiner werden zu lassen…

Genauso ist es mir ergangen. Mein „besserer“ Gedanke lautete oft: Es wird einen Sinn haben, der sich mir jetzt noch nicht offenbart; die Zeit des Erkennens wird noch kommen. Aber was ich stattdessen fühlte, waren nicht die erhoffte Leichtigkeit und das Vertrauen. Ich fühlte eher Mutlosigkeit und – ja – auch Versagen. Nachdem ich die tollsten Dinge in mein Leben gezogen hatte (Mann, Haus, Kind, Hund usw.), stieß ich bei meiner Gesundheit plötzlich auf meine Grenzen. Und wenn man erst einmal aus der richtigen Schwingung „herausfällt“ und nicht wieder herein findet, schließen sich irgendwann andere Themen im Leben an, die plötzlich ebenso nicht mehr rundlaufen wollen. Mit anderen Worten: ARRGGHH!

Ok, genug gemeckert. Das Gesetz der Anziehung ist weder gut noch böse. Es folgt einfach seinem Prinzip und manifestiert fröhlich weiter. Ohne sich etwa darum zu kümmern, ob ich das, worum meine Gedanken und Gefühle kreiseln, auch wirklich, tatsächlich und ECHT haben will. Das ist ihm ziemlich egal.

Doch ist das Gesetz der Anziehung wirklich der einzige Faktor, der auf unser Leben einwirkt? Ist der einzige Zweck dieses Lebens, dass wir lernen, richtig zu manifestieren und es uns hier möglichst gemütlich zu machen?

Ich darf dir an dieser Stelle versichern – nein, das ist es nicht. Es gibt noch andere Faktoren, die auf dein Leben Einfluss nehmen. Du bist ein spirituelles Wesen. Eine unsterbliche Seele. Wieso solltest du immer wieder auf diese Erde kommen, um dir wiederholt dein Traumhaus zu manifestieren? Oder eine Summe X in deine Erfahrung zu ziehen?

Der Punkt ist, dass du heute wahrscheinlich gar nicht weißt, weshalb du auf diese Erde gekommen bist. Mach dir darüber keine Sorgen, selbst wenn du heute schon ahnst, dass da noch etwas sein muss. Denn deine Seele weiß, wozu du gekommen bist. Immer. Sie ist diejenige, die den Plan entworfen hat und ihn für dich überwacht. Deine Seele ist die, die den Durchblick hat. Deinen Seelenweg. Und du kannst gar nicht anders als ihm zu folgen, vielleicht sogar, ohne es zu ahnen. Aber du tust es – und das ist eine gute Nachricht!

Ist es das wirklich? Objektiv gesprochen schon. Doch wenn man gerade von seiner Seele aufs Kreuz gelegt wird und sich nicht mehr bewegen kann… oder wenn man gerade das ich-weiß-nicht-wievielte Projekt auf Eis legt, weil es keine Fahrt aufnehmen will, dann fragt man sich irgendwann:

WAS willst du eigentlich von mir!?

Da saß ich nun also, als das Jahr sich dem Ende neigte und nichts, aber auch gar nichts, in Fluss kommen wollte. Als ich sprichwörtlich die Hände in die Luft schmiss und mich ergab, weil ich erkannte, dass ich an dieser Stelle ohne Hilfe nicht mehr weiterkomme. An diesem Punkt angekommen, stellte ich die Frage aller Fragen: Sag mal, was soll ich denn tun? Was willst du eigentlich von mir?!

Und die Antwort lautete lustigerweise:


Nett, dass du endlich fragst…


Ich glaube, wir fragen uns gern und oft nach dem Sinn des Lebens. Ich glaube aber auch, dass wir meistens nur damit „spielen“. Wir malen uns dann aus, wie wir es gern hätten, unser Leben, oder halten uns vor Augen, welche bösen äußeren Umstände uns in der Vergangenheit und Gegenwart einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Wie gut würde es uns gehen, wenn nicht dieses oder jenes…

Aber jetzt mal ganz ehrlich. Gäbe es eine Telefonnummer, die du anrufen könntest und unter welcher du genau zwei Dinge in Erfahrung bringen könntest – nämlich „Wozu bist du gekommen“ und „Was musst du dafür tun“. Und die Kosten für diesen Anruf wären nichts als die zwingende Konsequenz, diesem Wissen Folge leisten zu müssen oder andernfalls niemals wieder glücklich sein zu können, wenn du dieses Wissen ignorierst oder infrage stellst… würdest du überhaupt erst den Hörer in die Hand nehmen?

Die meisten von uns würden nicht anrufen! Und warum nicht? Weil wir, tief in unserem Innern, irgendwo wissen, dass es gar nicht um das Traumhaus geht oder um die Summe x, von der wir so gerne träumen. Weil wir, irgendwo in uns drin, ahnen, dass wir gar keine Opfer der äußeren Umstände sind, sondern alles genau so kommen musste, wie es kam. Und weil uns der Gedanke Angst macht, von nun an die volle Verantwortung dafür zu übernehmen, wie es uns geht und wie sich der Rest unseres Lebens gestaltet.

Keine Schuldigen mehr, keine unglücklichen Zufälle oder Pech. Keine schwere Kindheit, hinter der ich mich für den Rest meines Lebens verstecken und hoffen darf, dass mich jemand retten kommt. Das ist richtig übel! Das ist riesig! Das, mein Freund, ist der Grund, weshalb du diese Telefonnummer nicht anrufen würdest.

Ich übrigens auch nicht. Nur hätte ich das zu keiner anderen Zeit in meinem Leben zugegeben, denn… ich hatte und habe Angst. Nicht nur vor der Verantwortung, sondern auch davor, dem Plan meiner Seele nicht gerecht zu werden. Was, wenn ihr Plan für mich vorsieht, meiner größten Angst zu begegnen? Was, wenn all jene Dinge, denen ich bisher immer aus dem Weg gegangen bin, genau die Dinge sind, denen ich mich eigentlich widmen soll? Eine Telefonnummer, die mir genau das sagt und meine größten Ängste triggert? Och… nee lass mal lieber stecken!

Der Tag, an dem du diese Entscheidung für dich triffst, wird kommen, ist gekommen oder war vielleicht schon gekommen. Und vielleicht hast du dich, genauso wie ich, dafür entschieden, dich lieber weiter zu verstecken. Hast entschieden, diese allwissende Telefonnummer lieber nicht anzurufen. Das ist ok. Es ist menschlich. Du musst dich dafür nicht verachten oder verurteilen, denn du bist damit überhaupt nicht allein, selbst wenn die meisten Menschen das lieber im Stillen mit sich selbst ausmachen.

Wie gesagt, es ist ok. Ruf nicht an. Mach weiter, wie immer und… warte einfach auf den Brief, den dir deine Seele jetzt schicken wird.

Oder das Päckchen. Den Boten. Den Anruf. Oder das Ereignis.


Mit anderen Worten, es gibt kein Entkommen.


Weißt du… deine Seele liebt dich wirklich. Es gibt nichts, das du tun kannst, um das zu ändern. Gar nichts! Aber wie unsere Eltern uns früher ihre Liebe dadurch zeigten, dass sie uns zwangen, die Zähne zu putzen oder unser Gemüse zu essen – genauso unbequem kann es werden, sich unserem Seelenplan zu verweigern. Warum ich das einfach so sagen darf? Weil ich genau das erlebt habe.

Das Jahr 2019 war so richtig unbequem für mich. Es gab sogar einen Punkt, an dem ich dachte, aus mir wird eine schwerkranke Frau werden, wenn das so weiter geht. Doch solange ich mich vor mir selbst wegduckte und die Verantwortung für mein Sein anderen zuschob, wurde es nur immer unbequemer, ich zu sein. Erst in dem Moment, da ich „aufgab“ – also bereit war, mich der Botschaft meiner Seele hinzugeben, kamen die Ereignisse endlich ins Rollen. Und damit meine ich nicht, alles wurde schlagartig gut (obwohl es gut ist, wie es ist – aber das ist ein anderes Thema). Sondern ich meine damit, neue Personen bevölkern meine Welt. Ereignisse ereignen sich. Vollkommen neue Gedanken werden gedacht. Eingebungen, Fügungen, glückliche Zufälle … all das ist dann möglich und – ja – unausweichlich, wenn du deiner inneren Stimme folgst.

Aber Obacht (dieses Wort hat es mir gerade angetan) – da sind zwei Stimmen in dir!

Eine ist zunächst leise und leicht zu ignorieren, wird irgendwann jedoch immer lauter, wenn die Zeit gekommen ist. Es ist die innere Stimme, durch die deine Seele zu dir spricht.

Die andere ist erstaunlich laut und kennt viele Worte. Einige Menschen in meinem Leben können ein Lied davon singen, WIE VIELE Worte sie kennt. Doch folgst du ihr und glaubst du ihr, wirst du immer wieder erleben, wie dich das von deiner inneren Mitte entfernt. Und von dem, was deine Seele für dich vorgesehen hat… Wir nennen diese Stimme Ego. Da sie nach meinem Gefühl aber beinahe so etwas wie ein Bewusstsein besitzt und ein Meister der (Selbst-) Täuschung ist, gebe ich ihr jetzt mal den Namen Egon. Egon ist wie eine weitere Person im Raum, also hat sie jetzt einen Namen. So.

Etwas in mir findet diese Idee übrigens gerade ziemlich bescheuert und fragt sich, wie viele Menschen diesen Blog nun kindisch und/ oder dämlich finden werden. Darf ich vorstellen – genau das ist Egon!

Also wohin führt der Weg in diesem Jahr? Weiß ich noch nicht genau, mir ist bisher nur eines klar: da ist diese andere Stimme in mir, die bisher so lieb war, nur im Hintergrund zu flüstern, mir diesen Gefallen jetzt aber nicht mehr tun will. Irgendwie… habe ich Post von meiner Seele bekommen. Und was sie mir schreibt, ist allerhand…

2 Gedanken zu „Mein schlimmster Freund Egon

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